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Die Abschaffung des Selbstbehaltes für Selbstständige – JETZT

Manuel ist selbstständiger Graphikdesigner. Wegen Magenproblemen muss er sich einer Magenspiegelung unterziehen. Der Internist stellt der Krankenkasse eine Rechnung in der Höhe von 250 Euro. 50 Euro muss er davon selbst bezahlen, da er als Selbstständiger bei seiner Versicherung 20% Selbstbehalt zu bezahlen hat.

Manuel hat mit allen Selbstständigen eines gemeinsam. Sie müssen bei jedem Arztbesuch 20% Selbstbehalt bezahlen. Das ist zum einen ungerecht, weil Selbstständige den gleichen Krankenversicherungsbetrag zahlen wie Unselbstständige. Andererseits ist es aber auch gesundheitspolitisch sehr bedenklich, weil Selbstständige mit geringem Einkommen, trotz Krankheit nicht zum Arzt gehen und so ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Das hiervon gerade Einpersonenunternehmen betroffen sind, liegt auf der Hand.

Ich fordere daher: Die Abschaffung des Selbstbehaltes beim Arztbesuch.

Wie schaut es aber mit den Selbstbehalten in den Versicherungen generell in Österreich aus?

Neben den Selbstständigen, zahlen auch andere Berufsgruppen Selbstbehalt im Österreichischen Sozialversicherungssystem. Die Eisenbahner zahlen 14% und die Beamten 10% beim Arztbesuch. Auch hier fällt auf, mit 20% sind hier die Selbstständigen am Schlechtesten gestellt.

Darüber hinaus gibt es bei allen Krankenversicherungen noch diverse andere Selbstbehalte. Die E-Card Gebühr ist den meisten Versicherten sicherlich ein Begriff. Aber auch bei Heilbehelfen, Hilfsmitteln und Spitalsaufenthalten ist in vielen Fällen ein Selbstbehalt zu bezahlen. Diese Zusatzbeiträge variieren aber von Versicherung zu Versicherung zum Teil gravierend.

Würde die Bundesregierung eine ernstgemeinte Reform der Sozialversicherungsträger anstreben, würden sie mit einer durchdachten Zusammenlegung und einem angepassten Leistungsrecht diese Zusatzbeiträge für alle Versicherten senken, oder gar abschaffen.

Wie sieht es mit dem Geld aus? Wäre eine Abschaffung leistbar?

Der Selbstbehalt der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft(SVA), bringt jährlich Mehreinnahmen von 54 Millionen Euro. Wenn man diesen Betrag auf die zirka 565.717 Versicherten herunterbricht, beträgt das 95 Euro/Jahr. Da logischerweise nicht alle Versicherten zum Arzt gehen, liegt die Belastung der tatsächlich Kranken natürlich höher.

Diese Belastung klingt auf den ersten Blick nicht besonders hoch. Beachtet man aber, dass über 50% der Selbstständigen weniger als 11.000 Euro netto pro Jahr verdienen, dann wird der finanzielle Einschnitt durch Selbstbehalte schon größer. Denn bei nicht ganz 1.000 Euro pro Monat, fallen 95 Euro schon ins Gewicht.

Die Abschaffung des Selbstbehaltes könnte locker aus den Rücklagen der SVA, oder durch die Senkung der Arzttarife finanziert werden.

Es fehlt also nur am politischen Willen. Ich bleibe dran!

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